Home
Feedback/Kontakt
Gruppenunterricht
Jugend
Termine 2017
Vorstand
Presse
Chronik des Vereins
MVO Satzung (1981)
Links

Von Gene Kelly bis Captain Jack Sparrow

Unter dem Motto „Von Schwarz-Weiß bis Full-HD“ sorgt der Musikverein instrumental für großes Kino

Der Soundtrack ist eine wichtige Dimension im Film, er ergänzt Bild und Text und schafft Stimmung. Gleichzeitig überzeugt Filmmusik auch abseits der Leinwand als eigenständige Komposition. Dies bewies der Musikverein bei seinem Frühlingskonzert. Unter dem Motto "Von Schwarz-Weiß bis Full-HD" zogen die Jugendkapelle "Marsch Mellows" und das "Große Orchester" des MVO das Publikum im ausverkauften Rose-Saal mit einem bunten Querschnitt durch die Musik bekannter Filmklassiker in ihren Bann.

Vor diesem Kinoabend ohne Bilder hieß Vorsitzende Hedwig Gutzki die zahlreichen Besucher, die mitwirkenden Musiker, deren Freunde und Familien sowie Vertreter anderer Vereine willkommen. Ganz besonders freute sie sich Ehrengäste, darunter den Ex-Bürgermeister Helmut Baust sowie Ehrenbürger und Alt-Bürgermeister Siegwald Kehder, begrüßen zu dürfen. "In diesem Jahr haben wir das Thema Filmmelodien ausgesucht", sagte sie, "und wir sind sicher, dass die eine oder andere Melodie bei Ihnen Erinnerungen wecken wird." Damit lag sie mit ihren Vermutungen mehr als richtig, denn die Soundtracks berühmter Filme - zu denen im Rose-Saal immer die passenden Poster eingeblendet wurden - erinnerten die Zuhörer an jene Zeit, in der ein Kinobesuch noch ein besonderes Ereignis war.

Keinerlei Berührungsängste gegenüber jeglicher Form von Klängen und Geräuschen hat Erik König, der Leiter der Jugendkapelle. Mit Fingerschnippen, Trommeln, Klatschen und Reiben der Hände ahmten die Jugendlichen voller Spielfreude das Niederprasseln des Regens nach, so dass gleich zu erkennen war: Singend wird im Regen getanzt.

Und schon sind wir beim Repertoire, mit dem die Jugendlichen ihre Zuhörer begeisterten. Dazu gehörte unter anderen "Singin' in the Rain" aus dem Jahr 1952, einem der populärsten Filmmusicals aller Zeiten. Ein Meilenstein in der Kinogeschichte sei dieser Film, erläuterte Erik König, weil er den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm darstellt. Einen ähnlichen Evergreen-Status hat auch das Stück "Rock around the Clock" aus dem gleichnamigen Film von 1954. Er gilt als der Startschuss für Rockmusik, informierte der Dirigent, der zu jedem Stück viel Interessantes zu erzählen wusste. Auch die Soundtracks zu "Pippi Langstrumpf", der Filmheldin aus Kindertagen, oder zu "I will follow him" sowie zu "Frozen", die von Erik König für Blasmusik arrangiert wurden, gab die Jugendkapelle mit schmissigen Klängen und jugendlichem Elan wieder.

Am Ende wurden sie mit langem Applaus, mit Bravo- und Zugaberufen belohnt. Besonders viel Beifall ernteten die beiden Schlagzeuger für ihre schwungvolle humoristische Einlage. Erst nach zwei Zugaben durften die Nachwuchsmusiker die Bühne verlassen. Für unterhaltsame Abwechslung sorgte auch die Versteigerung eines Regenschirms, dessen Erlös der Jugendkapelle zugutekommt.

Durch das Programm, das nach der Pause vom bestens gelaunten 30-köpfige Orchester unter der Leitung von Andreas Schnell bestritten wurde, führte Michaela Heidicker mit vielen Einzelheiten zu den Komponisten und der Entstehungsgeschichte der Musik, die eigens für Filme komponiert wurde.

Auch diese Stücke verfehlten ihre Wirkung nicht, das Publikum nahm sie begeistert auf. Denn wer kennt sie nicht all die wunderbaren Melodien, die uns einst bei Filmen wie "Dornenvögel", "Frühstück bei Tiffany" oder "Spiel mir das Lied vom Tod" verzaubert hatten? An der Spitze der Beliebtheit halten sich bis heute solche von Henry Mancini oder Ennio Morricone komponierten Titelmelodien. Neben der Musik zu "Dick und Doof", zu "Miss Marple", "Star Treck" oder "Fluch der Karibik" gelang dem Orchester, diese berühmten Kompositionen, drastisch und packend-aufrüttelnd zu gestalten, mit beeindruckend dynamischen Kontrasten. Das Publikum war so begeistert, dass der Abend mit zwei Zugaben ausklang, darunter auch das "Badnerlied", in das viele im Saal mit einstimmten.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 21.03.2017

 

Home ] Nach oben ]